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Franco und Pius XII. Von Karlheinz Deschner und Peter Kleinert

28 Mrz

Karlheinz DeschnerIn seinem Buch „Benedikt XVI.: Ein Papst und seine Tradition“ berichtete Gerhard Feldbauer in der NRhZ vor einiger Zeit darüber, dass „unser deutscher Papst“ Benedikt XVI. im Jahr 2007 498 sogenannte Kreuzritter des spanischen Faschistenführers Franco seliggesprochen hatte. Es handelte sich um katholische Geistliche und Ordensleute, die im Bürgerkrieg auf der Seite Francos standen und dabei ums Leben kamen. Diese Seligsprechung offenbarte laut Feldbauer einen weiteren Aspekt der Offensive des inzwischen zurückgetretenen „deutschen Papstes“ zur Rehabilitierung des Bündnisses der katholischen Kirche mit dem Faschismus.

 
In zwölf Folgen – je um die zehn Minuten – unter dem Serientitel „Das Wort am Sonntag – Mit Gott und den Faschisten“ bewies Europas bedeutendster Kirchenkritiker Karlheinz Deschner in einer Fernsehserie auf KANAL 4, die wir schon einmal in der NRhZ veröffentlicht haben, daß die „Stellvertreter Gottes“ im Vatikan, von Leo XIII. bis Pius XII. damals wesentlich zur Herrschaft des Faschismus in Italien, Spanien, Deutschland und Jugoslawien und damit zu den politischen Katastrophen und zum Völkermord im 20. Jahrhundert beigetragen haben. Zusammenarbeit mit der argentinischen Militärdiktatur wird auch dem neuen Papst Franziskus vorgeworfen, was natürlich von der Kurie und der katholischen Kirche in Argentinien heftigst dementiert wird.
 
In Folge VII unserer Deschner-Serie – die wir hier noch einmal zeigen – beschreibt der Kirchenkritiker, wie 1931 in Spanien die Monarchie beseitigt und die Republik ausgerufen wurde, wie 1933 eine kirchen- und faschistenfreundliche Regierung an die Macht kam, die wiederum im Januar 1936 durch die Volksfront abgewählt wurde. Im Juli beförderten deutsche Transportflugzeuge Francos Mauren und seine Legionäre zur Rettung des katholischen Abendlandes übers Meer. Der Bürgerkrieg begann. Franco wurde von Hitler, Mussolini, vom Vatikan und den Bischöfen unterstützt, ging es doch um einen „Kreuzzug gegen die rote Weltrevolution“. Am Ende des dreijährigen Gemetzels forderte der zuvor gekrönte Pius XII. Franco auf, „mit neuer Energie die alten christlichen Traditionen“ wieder aufzunehmen. Ergebnis: Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit wurden aufgehoben, alle nichtkatholischen Bekenntnisse unterdrückt, Militärtribunale und Exekutionskommandos wurden pausenlos tätig. Nach offiziellen Statistiken ließ Franco von 1939 bis 1942 mehr als 200.000 Menschen erschießen. Das entsprach einem Drittel aller Opfer dieses Bürgerkriegs.
 
Der inzwischen fast 90jährige Autor Karlheinz Deschner wurde am vergangenen Samstag im Haus der Giordano-Bruno-Stiftung für das Erscheinen von Band X seiner „Kriminalgeschichte des Christentums“ beim Rowohlt-Verlag gefeiert. Die üblichen Medien hielten allerdings dieses Ereignis nicht für berichtenswert. In den jüngsten NRhZ-Ausgaben können Sie dazu schon einiges unter dem Suchwort „Deschner“ finden, und in der nächsten NRhZ finden Sie dann eine Video-Dokumentation der hier erwähnten Veranstaltung in Oberwesel.    

Auftraggeber: Kanal 4, 1992, 8,30 min, Regie: Peter Kleinert und Marianne Tralau, Kamera: Tom Kaiser, Ton: Lars Klietsch, Stephan Thonett, Schnitt: Peter Kleinert, Produktionsleitung: Peter Kleinert.

 
Leserbrief von N.D., Holzwickede: Herzlichen Dank, daß Sie den Mut aufbringen, sich dieses Autors und seines Themas anzunehmen. Ansonsten ist die Kirchenkritik in den Medien ein fast absolutes Tabu. Hier im Dortmunder Raum existiert ein Offener KANAL. Wäre es möglich, daß ich diese Beiträge dort ausstrahlen lasse?
 
Radio Bremen: „Deschner bringt Details, die aufzunehmen man sich weigern möchte.“
 
Karlheinz Deschner, 1924 in Bamberg geboren, im Krieg Soldat, studierte Jura, Theologie, Philosophie, Literaturwissenschaft und Geschichte. Über seine literarischen, literatur- und kirchen-kritischen Werke siehe auch unseren Dokumentarfilm „Im Grunde bin ich ein aus lauter Zweifeln bestehender gläubiger Mensch“ und die Reportage „Ketzerverbrennung“ in unserem KANAL 4-Magazin „Z“ 11/94. (PK)
 
Mehr Informationen und Bestellmöglichkeit für diese Filme unter www.kaos-archiv.de
 
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Verfasst von - 28. März 2013 in Uncategorized

 

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