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Urchristentum – Christenverfolgung durch die Kirche

27 Dez

Quelle: Urchristentum – Christenverfolgung durch die Kirche

DER THEOLOGE
Nr. 92


Die Nachfolger des Nazareners
Urchristliche Gemeinschaften, von den Kirche verfolgt


Einleitung

Während die Ketzer brennen, erheben die Herren der Kirche ihr KruzifixJesus, der Zimmermann aus Nazareth, brachte eine schlichte Lehre. Mit der Bergpredigt begeisterte er viele Menschen, die entschlossen waren, ihr Leben grundlegend zu ändern. Doch das Urchristentum hatte zunächst nur kurze Zeit Bestand, wie auch Theologen einräumen. „Schon im zweiten Jahrhundert hat tatsächlich eine tief greifende Veränderung stattgefunden, welche in einer bedenklichen Verflachung des Christentums-Verständnisses bestand“ – so der Theologe Walter Nigg in seinem Buch der Ketzer (Zürich 1986, S. 73). Und sein Kollege Gerhard Wehr (Esoterisches Christentum) bedauert, dass die „frei waltenden Geistesgaben“ des frühen Christentums, etwa die Prophetie oder die urchristliche Glaubensheilung, durch die „Amtsvollmacht“ der Priesterkaste beseitigt wurden: „Spätestens seit der Mitte des 2. Jahrhunderts beginnt dieser Vorgang sich mit deutlichen Konturen innerhalb der Christengemeinden abzuzeichnen: Was einst aus ursprünglichem Geist-Erleben geschöpft war, wurde nun durch feste Bekenntnisformeln verdrängt.“ (Stuttgart 1995, S. 27) 

Machtdemonstration der Kirche gegen die Katharer in Südfrankreich: Die Vorläufer der heutigen „Sektenbeauftragten“ genießen ihren Triumph: Die urchristlichen Abweichler vom „reinen“ römisch-katholischen Glauben werden gleich auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

Während Bischöfe die Macht übernahmen, drangen äußere Rituale und Kulte meist heidnischen Ursprungs vor – so etwa das kultische Abendmahl an Stelle des gemeinsamen „Liebesmahls“ oder die rituelle Säuglingstaufe an Stelle der Geisttaufe Erwachsener.
Dieser Prozess der Verdunkelung der ursprünglichen Lehre Christi bis hin zur Verkehrung in ihr Gegenteil vollzog sich nicht ohne Kämpfe. Immer wieder leisteten Einzelne oder Gruppen von Menschen Widerstand gegen die Entstehung einer äußeren Machtkirche, die Jesus nie gewollt hatte. Dies bedeutet nicht, dass die zahlreichen „Ketzer“-Bewegungen der Geschichte immer nahtlos an das frühe Christentum anknüpften. In einzelnen Aspekten waren auch sie Missverständnissen unterworfen oder schossen, wie wir sehen werden, über das Ziel hinaus. Doch sie alle sind der Beweis dafür, dass die Sehnsucht nach einem Reich des Friedens, das schon der Prophet Jesaja ankündigte, nicht aus den Herzen und den Seelen der Menschen verdrängt werden kann.

  1)  Wie sich die Dunkelheit in den urchristlichen Gemeinden verbreitete

  2)  Markion deckt auf – Verschwörung gegen die Wahrheit

  3)  Montanus – Eine Stimme, die nie hätte verstummen dürfen“

  4)  Mani – Ein Kämpfer für die Veränderung des Menschen

  5)  Origenes – Der „Diamantene“

  6)  Die Paulikianer – Tausende „Begleiter des Volkes“ gesteinigt, verbrannt, geköpft

  7)  Die Bogumilen – Die wahre Kirche Christi ist das Herz der Menschen

  8)  Die Katharer – Das Gute durch das eigenen Leben bezeugen

  9)  Brüder und Schwestern des Freien Geistes – An einer epochalen Wende der Zeit

10)  Girolama Savonarola – eine „zu Feuer und Flamme gewordene Persönlichkeit“

11)  Waldenser, Jan Hus, „Hussiten“ – Sehnsucht nach dem wahren Urchristentum

12)  Die urchristlichen Täufer – die ersten Opfer der Ökumene

 

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