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Archiv der Kategorie: Ketzer

Heimat der Folter …….

Während die Ketzer brennen, erheben die Herren der Kirche ihr Kruzifix


2019


16.4. / 17.4.2019 – Kathedrale Notre-Dame: Früher „Heimat der Folter in der Inquisition“, nun Mahnmal – Inhalt: Notre-Dame als die Wiege der Scheiterhaufen / Der Bauherr von Notre-Dame: Massenmord an Urchristen und Muslimen und anschließend Heiligsprechung / Die Verbrennung von Marguerite Porete in Paris – Wer einen Weg zum All-Geist gefunden hatte, wurde zur größten Gefahr für die Machtkirche / In ihren eigenen Bibeln steht es schwarz aurf weiß: „Der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind“. Wer aber wohnt dann stattdessen in Notre-Dame? / Die tiefere Bedeutung der Dornenkronen-Reliquie / Der Glöckner von Notre-Dame und die tatsächlichen Millionen Opfer der Kirche gemäß dem Ausmerzungsdogma der Vatikankirche  / Wie sich die Verstaatlichung von Notre-Dame zum dämonischen Transfer von Kirche und Staat entwickelte

Und hier ein Beweis direkt aus der Notre-Dame, dass die Kirche sich nicht geändert hat

Es blieb einem englischsprachigen türkischen Sender vorbehalten, während des Brands der römisch-katholischen Kathedrale Notre-Dame in Paris darauf hinzuweisen, dass es sich hier um ein „home for torture in inquisition“ handelte, eine Folterheimat der Inquisition, die sich allerdings in ein „Symbol der Hoffnung“ verwandelt habe. (trt.world)

Feuer aus Notre-Dame 1 (links) – Während er Notre-Dame bauen ließ, ließ König Ludwig IX. auf Verlangen des Papstes die Urchristen aus Paris und Umgebung verfolgen. Die Verantwortlichen, nach ihrem Lehrer Amalrich von Bena als Amalrikaner verspottet, wurden in Paris aneinander gefesselt und wegen ihres abweichenden Glaubens dort bei lebendigem Leib verbrannt – Triumph der Kirche 1  Jean Fouquet (1455-1460) aus der Grandes Chroniques de France (Ausschnitt)

Notre-Dame als die Wiege der Scheiterhaufen

Was der Redakteur des türkischen Senders damit alles genau meinte, ist uns nicht bekannt. Hoffnung kann allerdings darin liegen, dass die Ruine jetzt zwischenzeitlich als eine Art Mahnmal für die Millionen Opfer gesehen werden könnte. Denn auch auf Veranlassung von von über Notre-Dame herrschenden Priestern und kirchenhörigen Königen erlitten unzählige unschuldige Menschen grausame Folterqualen und wurden lebendig auf den Scheiterhaufen verbrannt. Und die Ruine ist zumindest noch so lange ein Mahnmal, wie die reiche Oberschicht mit ihren Milliardären nicht den ins Auge gefassten Wiederaufbau mit Hunderten von Millionen Euro an Spenden begonnen haben. 

Feuer aus Notre-Dame 2 
(rechts) – Während er Notre-Dame bauen ließ, ließ König Ludwig IX. auf Verlangen des Papstes auch die urchristlichen Katharer in ihrer Burg Montsegur wegen ihres abweichenden Glaubens bei lebendigem Leib verbrennen – Triumph der Kirche 2

Der Brand der Mauern von Notre-Dame hat die vielen Scheiterhaufen wieder lebendig werden lassen, die von der Papstkirche bis heute nicht gesühnt wurden.
In Paris wurden im Jahr 1210 mehrere Urchristen im Norden Frankreichs in unmittelbarer Nähe der gerade im Bau befindlichen Notre Dame auf dem Scheiterhaufen aneinander gebunden und lebendig verbrannt, so genannte „Amalrikaner„. Ihr „Vergehen“: Sie glaubten an das Wirken Gottes in allem Leben und nicht an die Lügen der Kirche.

Der Bauherr von Notre-Dame: Massenmord an Urchristen und Muslimen und anschließend Heiligsprechung

Doch diese setzte gerade dort bald neue Lügen hinzu: Der später heilig gesprochene König und Massenmörder Ludwig IX. – bekannt durch zwei Kreuzzüge nach Afrika und der Ausrottung der urchristlichen Katharer und Erstürmung ihrer letzten Festung Montsegur in Südfrankreich – hatte sich in Konstantinopel gegen viel Geld die angebliche Dornenkrone von Jesus von Nazareth beschafft, die bald in Notre-Dame deponiert und verehrt wurde. König Ludwig IX. erwies seine unterwürfigste Huldigung gegenüber der Priesterkaste auch dadurch, dass er zum Beispiel barfuß und in Büßerkleidung zur Notre-Dame schritt, um die Reliquie, zu überreichen, dazu auch noch einen „heiligen“ Nagel angeblich von der Kreuzigung von Jesus und einen Splitter vom Holzbalken, alles Fälschungen. Außerdem war Jesus von Nazareth ein Mann des Volkes und niemals ein Mann der Kirche oder von gewalttätigen Herrschern. Bei Wikipedia ist der Charakter des fanatisch katholischen Königs unter anderem mit folgenden Worten umschrieben: „In seinem religiösen Eifer betrachtete sich Ludwig in seiner Eigenschaft als König auch als Bekämpfer der Feinde des Glaubens, womit Häretiker, Ungläubige und Juden zu verstehen waren. Als größte Bedrohung sah er die Katharer an, für deren Bekämpfung er den Aufbau der Inquisition vorantrieb.“ 
Das Massaker an den Urchristen 1243 und 1244 in ihrer Burg Montsegur fand zwischen der Fertigstellung des Südturms von Notre-Dame 1240 und der Fertigstellung des Nordturms 1250 statt. Unter Ludwig IX. wurde Notre-Dame fürs Erste weitgehend fertig gebaut. Und nach seiner Heiligsprechung (unter anderem gilt er als Märtyrer, weil er während seines zweiten Angriffskreuzzugs im Norden Afrikas an einer Seuche starb) im Jahr 1297 wurde er auch zum „Patron von Paris“ ernannt. 

Die Verbrennung von Marguerite Porete in Paris – Wer einen Weg zum All-Geist gefunden hatte, wurde zur größten Gefahr für die Machtkirche

Am 1. Juni 1310, am kirchlichen Pfingstfest, wurde die Gottesbotin Marguerite Porete in Paris durch den dämonischen Transfer von Kirche und Staat lebendig verbrannt, also durch das gemeinsame Betreiben von Kirche und kirchenhörigen staatlichen Obrigkeiten. Sie lehrte und lebte den Weg zu Gott im eigenen Herzen und in der ganzen Gottesschöpfung, und sie weigerte sich, mit der mörderischen päpstlichen Inquisition zu kooperieren. 

Fast vier Jahre später, am 18. März 1314, standen die Priester der Vatikankirche auf dem Vorplatz der Notre-Dame und verkündeten dort das Todesurteil gegen zwei Vertreter des Templer-Ordens, denen man „Ketzerei“ vorwarf, Jaques de Molay, Großmeister des Templerordens und den Ritter Geoffroy de Charnay. Dass sie widersprachen, „Ketzer“ zu sein, nützte ihnen nichts. Auch sie mussten lebendig brennen. Und dieser Vorplatz wurde 2006 umbenannt nach Papst Johannes Paul II., nachdem dieser kurz zuvor verstorben war.

Feuer aus Notre-Dame 3 (links) – Während er Notre-Dame bauen ließ, ließ die katholische Inquisition unter König Philipp IV. auf Verlangen des Papstes auch die Gottesbotin Marguerite Porete bei lebendigem Leib mitten in Paris verbrennen – Triumph der Kirche 3 – Maryanne Bilham (USA) for Divine Eros

Alle diese Folter-Morde geschahen, während sich das „System Baal“ im kirchlichen Gewand mit der Notre-Dame einen steinernen Kolossalbau zur Macht-Präsentation erstellen wollte, für den – wie immer in der Geschichte – das einfache Volk bluten musste. Die Bauzeit der Notre-Dame wird von 1163-1345 angesetzt, die Feuergewalt 2019 setzte dem kirchlichen Steinhaus demgegenüber nun einige Stunden zu.

In ihren eigenen Bibeln steht es schwarz aurf weiß: „Der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind“.
 Wer aber wohnt dann stattdessen in Notre-Dame?

Mit Gott haben kirchliche Prachtbauten übrigens nicht das Geringste zu tun. Christen, die darauf hinwiesen, wurden von der Priesterkaste über Jahrhunderte immer wieder grausam ermordet, angefangen mit dem Diakon Stephanus, dessen Worte sogar in den Bibeln der Kirchen nachzulesen sind, jedoch dort in keinster Weise befolgt werden wie auch sonst nicht die Botschaft des Jesus von Nazareth. Stephanus sprach:
„Aber der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht (Jesaja 66,1-2): ´Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße; was wollt ihr mir denn für ein Haus bauen`, spricht der Herr … ´Hat nicht meine Hand das alles gemacht?` Ihr, halsstarrig und unbeschnitten an Herzen und Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr. Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid.“ (Apostelgeschichte 7, 49-52)

Die tiefere Bedeutung der Dornenkronen-Reliquie und ein weiterer Beweis für das wahre Wesen der Kirche

Wenn also Gott nicht in Häusern, die mit Händen gemacht sind, wohnt, wer wohnt dann stattdessen dort? Und wer wohnte in Notre-Dame? 
Die Suche nach einer Antwort führt auch zur tieferen Bedeutung der Zur-Schau-Stellung der angeblichen Dornenkrone von Jesus von Nazareth in Notre-Dame. Einen tatsächlichen Dornenkranz hatte man einst dem „Gerechten“, Jesus, dem Christus, beim Foltermord in die Kopfhaut gepresst. Doch wer präsentiert eine Nachahmung dieses Foltermittels als eine Reliquie gleich einem Triumph über seinen Feind? Man muss kein Tiefenpsychologe sein, um sich folgende Bedeutung zu erschließen: „Wir haben ihn gefoltert und ermordet, und er muss ab jetzt schweigen. Dafür reden nun wir, die Päpste und Priester.“

Und so hat die Kirche auch die Nachfolger von Jesus von Nazareth seit Jahrhunderten ausmerzen lassen, was gerade in Notre-Dame auch auf eine bestimmte Art eindrücklich zur Schau gestellt wird: Denn nach der gefälschten Dornenkrone gilt der goldene Waffenrock des kirchenheiligen Königs Ludwig IX. als nächste bedeutende Reliquie von Notre-Dame, und der ist vermutlich ausnahmsweise echt – so schockierend echt wie auch seine Massenmorde – die Ausrottung der urchristlichen Katharer in Südfrankreich oder auch die Morde an den von ihm überfallenen Muslimen in Ägypten, was sogar bild.de zugibt (16.4.): „Als Oberbefehlshaber des 6. Kreuzzugs (1248 bis 1254)war er für den Tod von vielen Tausenden muslimischen Einwohnern Ägyptens verantwortlich.“ Doch die Muslime hatten, wenn, dann vielleicht eine kleine „Chance“, ihrer Ermordung zu entgehen, ihre bereitwillige Zwangsbekehrung zum katholischen Glauben.

Feuer aus Notre-Dame 4 (rechts) – dieses Mal in die andere Richtung.

Nun könnten moderne Zeitgenossen einwenden und sagen, das sei lange her und heute doch nicht mehr Teil des Glaubens. Dann aber dürfte das Gewand, dass der fanatisch katholische König bei seinen Massakern an unschuldigen Andersdenkenden trug, auch keine Reliquie mehr sein, die von den Katholiken – sogar unter Androhung der Verurteilung bei Zuwiderhandlung, was ewige Höllenstrafen nach sich ziehen soll – verehrt werden muss. Genau das aber wird verlangt. Damit ist auch in Notre-Dame ein weiterer Beweis erbracht: Die Kirche von damals ist die Kirche von heute. Es hat sich im Kern nichts geändert. Das „Glück“ im Unglück für die Notre-Dame-Anhänger, dass der Waffenrock von Ludwig IX. vor dem Feuer „gerettet“ wurde, umschreibt focus.de mit den Worten: „Auch der symbolträchtige Waffenrock des Heiligen Ludwigs und Königs von Frankreichs ist in Sicherheit. Der Kapetinger-Herrscher … galt zu Lebzeiten als frommer Regent“ (17.4.2019).

Der Glöckner von Notre-Dame, „Hochburg des katholischen Glaubens“, und die tatsächlichen Millionen Opfer der Kirche gemäß dem Ausmerzungsdogma der Vatikankirche

Und so waren es Hunderttausende, ja Millionen Opfer der Kirche in Frankreich und in anderen Ländern, die später gleich wie Christus gefoltert und ermordet wurden, weil sie Ihm nachfolgen wollten – in Frankreich sind hier noch aus Südfrankreich die Waldenser oder die Franziskaner-Spiritualen, die sich nicht wie der Hauptorden der Franziskaner auf die Seite der Inquisition schlugen, sondern selbst von dieser ermordet wurden. Oder Menschen, die einfach deshalb auf Betreiben des Katholizismus ermordet wurden, weil sie die Papstkirche kritisiert hatten oder in einigen Details von ihr abgewichen waren, wie der Templer-Orden im 14. Jahrhundert oder im Jahr 1559 der Stadtrat von Paris, Anne du Bourgs, der es wagte, die Verfolgung und Ermordung protestantischer Hugenotten zu kritisieren und darauf hin selbst als deren Anhänger öffentlich aufgehängt und anschließend verbrannt wurde. Usw. usw. 
Hierzu passt dann auch treffend die Stellungnahme des Sprechers der französischen Bischöfe. Er bezeichnete Notre-Dame als „Hochburg des katholischen Glaubens“ (focus.de, 17.4.2019). Dies erklärt sich auch aus den Dogmensammlungen, denn die Ausmerzung von allem, was der Kirche entgegen stehe, gehört bis heute zum verbindlichen Lehrwerk der Vatikankirche. Und wie „Ausmerzung“ verstanden wurde, das hat die katholische Kirche ja Jahrhunderte lang bewiesen. Da braucht man sich nicht von der momentanen Anpassung an den modernen Zeitgeist blenden lassen.

Wer den historischen Roman Der Glöckner von Notre-Dame von Victor Hugo kennt, dessen Handlung aus dem 15. Jahrhundert stammt, der erfährt auch so manches von den Herren von Notre-Dame und den Mächten, die sich hier ein Bollwerk geschaffen haben.
Wenn Präsident Emmanuel Macron  der Namensvetter der größten Glocke in Notre-Dame mit dem Namen Emmanuel – also 2019 angesichts des Brandes klagte, die Notre-Dame sei ein „Teil von uns“, dann wird er wohl wissen, was er damit meinte.

Wie sich die Verstaatlichung von Notre-Dame zum dämonischen Transfer von Kirche und Staat entwickelte

So wird in den Medien verschiedenlich darauf hingewiesen, dass Notre-Dame bei der Französischen Revolution verstaatlicht worden und damit „Herz“ „aller Franzosen“ geworden sei, auch der Atheisten. Desto schlimmer ist es dann aber, dass sich ein Staat wie der französische, der seither „laizistisch“ sein wollte und will (also auf der Trennung von Kirche und Staat basierend), sich aufgrund einer solchen „Verstaatlichung“ nicht nur mit solcher Energie um den katholischen Kult und das grausame klerikale Macht-System sorgt, sondern das alles auch noch finanziert, so dass man auch hier von einem markanten Beispiel für den dämonischen Transfer von Kirche und Staat sprechen kann. So wie es also heute gehandhabt wird, hatten es zumindest diejenigen nicht gemeint, welche die Trennung damals naiv vollzogen haben ohne den langen kalten Atem und die Raffinesse der klerikalen Macht in ihre Überlegungen einzubeziehen.

Auch lässt die Brandruine von Notre-Dame und die Hysterie der Wiederaufbaupläne, die flugs bereits über 700 Millionen Euro an Spenden einbrachte, in den Hintergrund treten, dass erst vor einigen Tagen der ranghöchste französische Amtsträger und „Primas von Gallien“, Kardinal Philippe Barbarin, wegen Vertuschung von Kinderschänderverbrechen von Priestern zu einer Haftstrafe verurteilt worden ist.

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
Zeitschrift „Der Theologe“, Herausgeber Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 60, Opfer der Kirche in jeder Stadt, in jedem Dorf, Wertheim 2009, zit. nach
http://www.theologe.de/mahnmal_fuer_die_opfer_der_kirche.htm, Fassung vom 19.4.2019,
 Copyright © und Impressum siehe hier.

 

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Die Verfolgung der Prophetin Gottes und der Nachfolger des Jesus von Nazareth

Die Verfolgung der Prophetin Gottes und der Nachfolger des Jesus von Nazareth

Die Geschichte der Grausamkeit von Kirche und Staat

Was Sie hier lesen ist nur die Spitze des Eisbergs


Verfolgung, Prophetin,

Das Mittelalter ist nicht vergangen, das wird in diesem Buch deutlich. Die Inquisition des Mittelalters hat sich lediglich ein „moderneres“ Gewand zugelegt. Gestern war es Mord. Heute gibt es Verfolgung durch Rufmord, durch Lügenmord, denn alles ist auf Lüge aufgebaut. Heute bekämpfen die Talarträger das prophetische Wort mit den Mitteln dieser Zeit – Ausgrenzung, Diskriminierung, Lächerlichmachung und Rufmord. In diesem Buch wird anhand von Fakten dokumentiert, wie massiv und mit welcher Heimtücke und Gehässigkeit die Amtskirchen im Verbund mit dem Staat gegen die Prophetin Gottes, Gabriele, und gegen das Ewige Wort aus dem Reich Gottes vorgingen – vierzig Jahre lang.

Sie werden staunen: ein so dickes Buch – nur Verfolgung.                

Aber vierzig Jahre war es so:    Verfolgung über  Verfolgung.

Zusammengestellt von Matthias Holzbauer

Gabriele-Verlag Das Wort  ISBN 978-3-89201-950-3

Artikel-Nr.: S471  648 S., geb.

 

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Die Dominikaner und die Inquisition

Die Dominikaner
und die Inquisition        

Inquisition ist ein uraltes „Geschäft“, das bereits in der Antike begann. Sobald die katholische Religion Ende des 4. Jahrhunderts unter Kaiser Theodosius Staatsreligion geworden war, schickte der Staat „Inquisitoren“ und „Denunzianten“ aus, um die „Ketzer“ mit ihren „abweichlerischen“ Glaubenslehren zu bekämpfen.
Mehr als 800 Jahre später, im Mittelalter, wurde dann ein eigener Orden für diese Aufgabe gegründet, vor allem, um der „Häresie“ der Katharer in Südfrankreich den Garaus zu machen. Die Dominikaner wurden in der Folgezeit zum Inquisitionsorden schlechthin. Ihr Spitzname war „domini canes“, die „Hunde des Herrn“, die sich kläffend und knurrend in jegliche Abweichung vom katholischen Glauben verbissen und dafür sorgten, dass die scheuen Rehe der Häresien baldmöglichst zur Strecke gebracht wurden.


Da war es keine Frage, wer sich zu Wort meldete, als im katholischen Polen jemand gesucht wurde, der sich in altbewährter Manier um neue religiöse Strömungen „kümmerte“, die auch Polen auf Interesse stoßen, nachdem der eiserne Vorhang sich gehoben hatte und auch die polnischen Kirchen immer leerer werden: die Dominikaner. Sie dürfen sich dabei höchst päpstlichen Wohlwollens sicher sein, hatte doch Joseph Ratzinger vor wenigen Jahren noch einmal klargestellt, dass die Inquisition schon im Mittelalter aus seiner Sicht durchaus ein „Fortschritt“ gewesen sei.

Sobald nun in Polen etwa auf einer Buchmesse Buchverlage auftauchen, die kein katholisches, sondern z.B. urchristliches Schriftgut anbieten, treten die eifrigen Dominikaner in Aktion. Sie verteufeln die Glaubenskonkurrenten in Presseartikeln oder Handzetteln oder präsentieren im Internet verleumderische Kampfschriften von Denunzianten und „Überläufern“, die zuvor von ihren Inquisitorenkollegen in Deutschland entsprechend „bearbeitet“ worden sind.

Die Zeiten mögen sich geändert haben, die Methoden der Inquisition aber nur geringfügig. An die Stelle des Justizmords tritt nun der Rufmord. Ist das der „Forschritt“ auf den Polen gewartet hat?

 Quelle:© 2009 Universelles Leben e.V. • E-Mail: info@universelles-leben.org
http://www.universelles-leben.org/cms/nachrichten/wir-decken-auf/die-dominikaner-und-die-inquisition.html

 

Schilda läst grüßen

Schilda läst grüßen


Soll das größte private Biotopverbundsystem Deutschlands einen Parkplatz erhalten, damit die aus dem In- und Ausland anreisenden Besucher ihre Fahrzeuge am Rand dieses einmaligen Naturerlebnisgebietes abstellen können? Und sollen diese Besucher die Möglichkeit erhalten, nach ihrem Besuch noch eine Tasse Kaffe oder einen Tee zu trinken, um die Erlebnisse, die sie mit Wild- und Weidetieren hatten, nachklingen zu lassen?
Kein Frage, wird man sagen, das ist doch selbstverständlich! Da wird sicher ein Weg gefunden! Den zuständigen Behörden wird es sicher ein Anliegen sein, dies zu ermöglichen. Denn welcher Beamte, welcher Bürgermeister, welcher Gemeinderat ist nicht ein wenig stolz darauf, was seine Umgebung, in der er zu Hause ist, so alles zu bieten hat?
Sollte man meinen. Aber was ist, wenn die Menschen, die dieses Biotopverbundsystem aufgebaut haben, weder katholisch noch evangelisch sind?
„Na und“, wird man nun einwenden. „Wir leben ja schließlich nicht mehr im Mittelalter!“ Wirklich?
Schaun wir uns den Fall mal näher an. Nahe bei dem unterfränkischen Dorf Greußenheim hat die Internationale Gabriele-Stiftung kilometerlange Hecken angelegt, Bauminseln und Feuchtbiotope gestaltet und Weideflächen angelegt für zahlreiche Rinder und Schafe, die beherzte Menschen vor dem Schlächter gerettet haben. Seltene Vögel finden sich ein, Fuchs und Hase sagen sich nicht nur gute Nacht, sondern auch Guten Tag. Auf verschiedenen TV-Sendern im In- und Ausland laufen regelmäßig Berichte über dieses kleine Paradies, übersetzt in mehrere Sprachen.
Und nun beantragten die Landwirte des Hofgutes Terra Nova, auf dessen Flächen dieses Land des Friedens entsteht, bei der zuständigen Gemeinde, ein kleines Hofcafé einrichten und dafür ein Schild an der nächstgelegenen Kreisstraße aufzustellen zu dürfen. Und außerdem möchten sie Parkplätze anlegen, damit die vielen Besucher ordentlich und sicher parken können. Die Fläche dafür besitzen sie bereits. Der Gemeinde entstehen also keinerlei Kosten, niemand will irgendwelche Gelder des Steuerzahlers. Es sollen nur die Standards erreicht werden, die für vergleichbare Gebiete, etwa Naturparks oder dergleichen, längst üblich sind. Also im Gegenteil: Die Gemeinde muss nicht nur nichts zahlen, sie hat sogar einen Vorteil: Es kommen Besucher in die Gegend, deren Image und Wirtschaftskraft dadurch steigen könnten.
Könnten. Möchten. Dürften. Doch jetzt kommt das Aber: Die großen Kirchenkonzerne Katholisch und Lutherisch haben was gegen diese Menschen, denn sie sind Ketzer! Sie sind nämlich Urchristen, die ein Leben nach den Zehn Geboten und der Bergpredigt anstreben, ein Leben in Einheit mit der Natur und den Tieren. Und weil Politiker und Journalisten noch immer meist gehorsam das tun, was die Kirchenkonzerne wollen, lehnte der Greußenheimer Gemeinderat die Anträge der Landwirte erst mal ab.
Das Hofcafé widerspreche dem Flächennutzungsplan, sagte in der fraglichen Sitzung Georg Trompeter, Leiter des Bauamtes der zuständigen Verwaltungsgemeinschaft Hettstadt. Und das Schild beeinträchtige das „Landschaftsbild“, und zwar sogar „erheblich“. Was Beamte und Politiker eben so sagen, wenn sie etwas partout nicht wollen. Da half es dann auch weder, dass Hofcafes von den zuständigen staatlichen Behörden in Bayern ausdrücklich empfohlen werden, noch dass den Gemeinderäten ein Bericht vorgelegt wurde, in dem der bayerische Landwirtschaftsminister Brunner einen Landwirt für sein Engagement, seine Kreativität und seinen Mut lobte, weil er ein Hofcafe eingerichtet hatte.
Und die Parkplätze? Das Wasserwirtschaftsamt (also eine Fachbehörde, die weiß, wovon sie redet), habe zwar signalisiert, dass diese „unter bestimmten Voraussetzungen möglich“ seien, so Trompeter. Aber auch diese Pläne lehnte der Gemeinderat gleich mit ab – einstimmig sogar. Bürgermeister Thomas Rützel kritisierte vollmundig die „riesige Anlage“.
Die kleinkarierten Kommunalvertreter scheinen überhaupt noch nicht gemerkt zu haben, was sich da vor ihren Augen (oder besser gesagt: hinter ihrem Rücken, denn sie wollen es ja nicht sehen) entwickelt: ein Juwel, das im Begriff ist, internationale Beachtung und eine ebensolche Vorbildfunktion zu gewinnen. Statt zügig in ein Gespräch einzutreten, um noch anstehende Fragen des „Wie?“ zu klären, wird erst mal blockiert. Dies ist umso verwunderlicher, als die übergeordnete Behörde am Ende soundso dem geltenden Recht zum Durchbruch verhelfen muss – und das erlaubt grundsätzlich solche Anlagen, sonst gäbe es sie ja nicht überall. Aber es dauert auf diese Weise eben alles länger. Und niemand kommt in den Geruch, einem „Ketzer“ ohne Widerstand sein Recht gewährt zu haben. Das müsste man ja schließlich beichten …

Quelle: © 2009 Universelles Leben e.V. • E-Mail: info@universelles-leben.org
 
 
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