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Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Freie Christen für den Christus der Bergpredigt in allen Kulturen weltweit  Max-Braun-Straße 2, 97 828 Marktheidenfeld          www:freie-christen.com

Offener Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Frau Bundeskanzlerin
Angela Merkel
Konrad-Adenauer-Haus
Klingelhöferstraße 8
10785 Berlin                                                                                                           20.9.20rr

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

der Presse entnahm ich, dass Sie und weitere Präsidiumsmitglieder der CDU
sich vor einigen Tagen mit Vertretern der deutschen Bischofskonferenz trafen.
In der anschließenden Verlautbarung war dann die Rede von einer ,,christlich
geprägten Partei“ und der ,,christlichen Prägung unseres Gemeinwesens.“

Wenige Wochen zuvor hatten Sie bereits angekündigt, eine ,,Broschüre zu den
christlichen Werten der Partei“ herauszubringen, an der sich die
Vorstandsmitglieder mit Beiträgen beteiligen sollten. Darin solle aufgezeigt
werden, ,,wie das christliche Wertefundament der CDU ihre Politik im Alltag
präge“ (kath.web).

Gerade in diesen Wochen hätten Sie und hätte Ihre Partei allerdings gleich
Gelegenheit gehabt, Ihre ,,christliche Prägung“ ganz konkret unter Beweis zu
stellen. Doch leider haben Sie diese Gelegenheit nicht genutzt. Und das lässt tief
blicken.

Die Rede ist von der Massentierhaltung, die Ende August fast zeitgleich mit
Ihrer ,,Anregung“ an den Parteivorstand wieder einmal heftig in die Schlagzeilen
geriet. ,,Umweltschützer kritisieren Milliardenhilfe für Massentierhaltung“
titelte z.B. Spiegel online (29.8.2011). Mit einer Milliarde Euro pro Jahr fördert
die Europäische Union die Massentierhaltung, davon 80 Millionen allein für den
Bau neuer großer Mastanlagen.

Dann geriet die Firma,,Wiesenhof’als Marktführer dieser auf skandalöse Weise
tierquälerischen und umweltschädigenden Branche ins Fernsehen (ARD,
31.8.2011 : ,,Das  System Wiesenhof „)  mit den entsprechend grauenhaften
Bildern, die wir leider längst kennen: verletzte und bewegungsunfähige Tiere
neben den Kadavern ihrer bereits verendeten Artgenossen; ,,aussortierte“
Putenhähne, die brutal in Plastikbehälter geschleudert werden usw.usf.

,,Die Massentierhaltung schadet dem Klima und der Artenvielfalt, belastet durch
Überdüngung die Gewässer und setzt Tiere unnötigen Leiden aus“, sagte dazu
Hubert Weiger vom BUND. ,,Der hohe Antibiotikaeinsatz stellt ein
Gesundheitsrisiko dar und das aus den Stallanlagen austretende Ammoniak
beeinträchtigt Anwohner und Umwelt. Die Agrarsubventionen verschärfen diese
Probleme noch und fordern zudem Konzentrationsprozesse bei Mast- und
Schlachtbetrieben, womit Arbeitsplätze verloren gehen. „

„Die Bundesregierung stützt das Risikosystem Massentierhaltung“

Etwas Neues ist all das nicht. Aber das ist ja der Skandal. Denn wie Reinhild
Benning, Agrarexpertin des BUND, gegenüber der Süddeutschen Zeitung
(10. 9. 2011)  feststellt: ,,Die Bundesregierung stützt das Risikosystem
Massentierhaltung, indem sie scheinbar gar nicht wissen will, welche
Antibiotika in welcher Menge eingesetzt werden.“

Und die Süddeutsche schreibt weiter: ,,Es geht um Tierquälerei, Missbrauch von
Subventionen, Betrug und Umweltverschmutzung – ein undurchsichtiges
System, das von der Politik gestützt wird.“

„Die Merkel-Regierung hat sich hier den Wünschen der Agrarlobby gebeugt.“

Weiter die Süddeutsche Zeitung: ,,Ilse Aigner (CSU) will aus Deutschland eine weltweit führende Fleischexportnation machen, die mit Billiganbietern wie Brasilien und den USA konkurrieren kann.“

Auf dem Rücken der Tiere und der Umwelt, versteht sich. Die Süddeutsche
berichtet dann über die Niederlande, wo bereits ein Umdenken eingesetzt hat, doch: ,,Solche Bedenken hat man in Deutschland nicht, obwohl bereits jede zweite Grundwassermeldestelle überhöhte Nitratwerte ausweist – eine Folge von Überdüngung und zuviel Gülle auf den Feldern. ,In den vergangenen Jahren wurden die Umweltbestimmungen sogar noch gelockert. Die Merkel-Regierung hat sich hier den Wünschen der Agrarlobby gebeugt‘, kritisiert Benning.“

Und Ihr Abgeordnetenkollege Friedrich Ostendorf von den Grünen kommentiert die grauenhaften Wiesenhof-Bilder mit den Worten: ,,Massentierhaltung ist in Deutschland nicht nur legal, sondern wird von der Bundesregierung aktiv gefördert.“
Auch die CDU-geführten Bundesländer, allen voran Niedersachsen, kennen diesbezüglich keine Skrupel. In Wietze entsteht derzeit mit staatlichen Fördermitteln ein Schlachthof, in dem 135 Millionen Hähnchen im Jahr ‚ geschlachtet werden sollen, 27 .000 in der Stunde. Das bedeutet, dass rings um diesen Schlachthof, um ihn auszulasten, weitere 400 Massenställe gebaut  werden müssen. Dr. Hermann Focke,Tierarzt und Geflügelexperte, brachte es in der erwähnten ARD-Reportage auf den Punkt:

,,Seit Bestehen der Menschheit hat es kein solches Maß an Tierquälerei gegeben, sowohl qualitativ wie quantitativ, wie in heutiger Zeit.“

Tierquälerei, Umweltbelastung, Gewässerverschmutzung, Monokultur,
Überdüngung, Krankheiten und Depressionen bei Menschen, die dort leben
müssen … All das scheint aber Ihrer Partei herzlich egal zu sein. Das Schweigen
in den Wochen nach diesem Filmbericht spricht jedenfalls Bände.
Irgendwelchen Handlungsbedarf scheint man bei der CDU/CSU nicht zu sehen,
im Gegenteil: Auch nur zaghafte Reformversuche des EU-Agrarkommissars, der
Subventionen an umweltgerechtes Verhalten koppeln und für Großbetriebe eine
Subventions – Obergrenze festlegen will, werden von der schwarzgelben
Regierung in altbewährter Manier abgebügelt.

Und dann nennen Sie sich und Ihre Partei „christlich “ und führen fromme
Reden von „christlicher Prägung“. Ist das nicht ein Hohn auf Jesus
Christus,  der in der Bergpredigt das Mitfühlen und die Barmherzigkeit mit
allem Sein verkündete? Dieses barbarische System mag katholisch oder
lutherisch geprägt sein,  christlich aber sicher nicht.

„Seit Bestehen der Menschheit hat es kein solches Maß an Tierquälerei gegeben, sowohl qualitativ wie quantitativ, wie in heutiger Zeit“.  Wer über diesen Satz zur Tagesordnung übergeht, der hat von Christus und von Christentum kaum etwas verstanden. Der ist gegen das Leben, auch wenn er fromme Sprüche im Munde führt.

Mit freundlichen Grüßen
(Dieter Potzel)

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CSU-Generalsekretär Dobrindt warnt…. …vor Werten des Grundgesetzes

CSU-Generalsekretär Dobrindt warnt…

… vor Werten des Grundgesetzes

Wie lange sollen wir noch unter der kirchlichen Leid-Kultur leiden?
In Deutschland ist es offenbar möglich, dass ein kirchlich geprägter Parteisekretär vor der Einhaltung des Grundgesetzes warnen darf, ohne dass ein Aufschrei quer durch alle demokratischen Parteien erfolgt.

Dobrindt warnt vor rechtlicher Gleichstellung der Glaubensgemeinschaften“.

Diese Meldung verbreitet Yahoo Deutschland am 4.1.2011. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt habevor einer rechtlichen Gleichstellung aller Glaubensgemeinschaften in Deutschland gewarnt. „Deutschland ist ein christlich geprägtes Land, und wir tun gut daran, die besondere Stellung der christlichen Kirchen zu erhalten.“

Nun sieht aber unsere Verfassung neben der individuellen Freiheit und Gleichheit aller Bürger auch die Religionsfreiheit und die Trennung von Staat und Kirche vor. Wie kommt ein Generalsekretär einer demokratischen Partei zu einer solchen Forderung, die den Werten der Verfassung widerspricht?

Dobrindt reagierte auf ein Interview von FDP-Generalsekretär Christian Lindner in der „Zeit“-Beilage „Christ Welt“. Lindner hatte in diesem Interview gesagt, dass „eine nüchterne Debatte über das Staatskirchenrecht kein antiklerikaler Akt“ sei. Nach mehr als 200 Jahren dürften Regelungen und Zahlungen hinterfragt werden. „Es muss zudem besprochen werden, welche Privilegien auch andere Religionsgemeinschaften irgendwann beanspruchen dürfen.“ Erst der weltanschaulich neutrale Staat könne das Miteinander in einer multireligiösen Gesellschaft befrieden, „indem er mit allen Religionsgemeinschaften kooperiert, die seine Regeln akzeptieren“, sagte Lindner. Dabei müssten die verschiedenen Glaubensgemeinschaften in Deutschland rechtlich gleichgestellt werden. Er erwähnte dabei auch die Möglichkeit, dass der Staat eines Tages nicht nur für die Großkirchen, sondern auch für die Muslime Kirchensteuer einziehen könnte.

Dies wiederum hält der CSU-Generalsekretär Dobrindt für „eine abwegige Vorstellung“: „Was die großen christlichen Kirchen vor anderen Religionsgemeinschaften auszeichnet, ist ihr starkes positives Engagement für unser Gemeinwesen und unsere Gesellschaft, vom sozialen Bereich bis zur Wertorientierung“, so Dobrindt. „Das sollten wir nicht durch eine falsch verstandene Gleichmacherei in Frage stellen.“

Diese Reaktion wirft ein bezeichnendes Licht auf die Situation der Religionsfreiheit in Deutschland. Christian Lindner hat nichts anderes ausgesprochen, als was das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland schon immer fordert: Einen weltanschaulich neutralen Staat, in dem alle Glaubensgemeinschaften rechtlich gleichgestellt werden, wie dies in anderen westlichen parlamentarischen Demokratien eine Selbstverständlichkeit ist.

In Deutschland ist es aber, wie gesagt, offenbar möglich, dass ein kirchlich geprägter Parteisekretär vor der Einhaltung des Grundgesetzes warnen darf, ohne dass ein Aufschrei quer durch alle demokratischen Parteien erfolgt. Das lässt für das Grund – und Menschenrecht der Religionsfreiheit in Deutschland das Schlimmste befürchten. In der Tat hat man sich in Deutschland offenbar schon so daran gewöhnt, dass die beiden Amtskirchen mithilfe der Funktionäre, die sie in allen Schlüsselpositionen des Staates untergebracht haben, die verfassungsmäßigen Grundwerte in Bezug auf Gleichheit und Religionsfreiheit weitgehend außer Kraft gesetzt haben. Dabei ist der Umstand, dass der Staat zum Handlanger der Amtskirchen verkommt, wenn es für diese zwangsweise die Mitgliedsbeiträge der durch Zwangstaufe rekrutierten Mitglieder eintreibt, noch das kleinste Übel. Und es ist kaum anzunehmen, dass eine andere, nicht auf materiellen Interessen gegründete Glaubensgemeinschaft, daran interessiert ist, diesem Beispiel zu folgen.

Das eigentlich Bedenkliche an der Ungleichbehandlung religiöser Bekenntnisse ist, dass die römisch-katholische und die lutherische Amtskirche sich in vielen Bereichen außerhalb des demokratischen Rechtsstaates bewegen. Genannt sei hier nur beispielhaft die Außerkraftsetzung von Grundrechten kirchlicher Arbeitnehmer. Beide Kirchen nehmen für sich über 37 Privilegien in Anspruch, die sie in vielen rechtlichen und gesellschaftlichen Bereichen außerhalb der für jeden Staatsbürger sonst verbindlichen Rechtsordnung stellen. Deutlichstes Zeichen dieser rechtlichen Ungleichbehandlung, die gleichzeitig zu einer schweren Benachteiligung aller übrigen Bürger führt, sind die finanziellen Nachteile, die der demokratische Staat und damit jeder Staatsbürger dadurch erleidet, dass die beiden Amtskirchen jedes Jahr finanzielle Vorteile des Staates in Höhe von 15 Milliarden Euro in Anspruch nehmen.

Wenn Dobrindt von einem „positiven Engagement“ der Kirchen „für unser Gemeinwesen und unsere Gesellschaft, vom „sozialen Bereich bis zur Wertorientierung“ spricht, so versucht er, uns einen uralten kirchlichen Bären aufzubinden. Das genaue Gegenteil ist der Fall: Die Kirchen saugen den Staat trotz dessen leerer Kassen ständig weiter aus. Und was sie als „Beitrag zum Gemeinwohl“ auf ihre Fahnen schreiben, das lassen sie sich auf Heller und Pfennig vom Staat und den jeweiligen Nutzern wieder ersetzen: Ihre Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Altenheime finanzieren die großen Kirchenkonzerne nur zu einem Bruchteil selbst!

Es ist heute völlig unbestritten, dass die Amtskirchen von den Milliarden, die sie dem Gemeinwesen entziehen, höchstens 10 % in Form von Leistungen wieder zurückgeben – ein dankbar schlechtes Geschäft für das Gemeinwesen und unsere Gesellschaft, das den Amtskirchen bisher ein geschätztes Vermögen von rund 500 Milliarden Euro eingebracht hat. Und was die Werteorientierung der großen Amtskirchen betrifft, muss man sich nicht erst mit den Verbrechen der Vergangenheit dieser Organisationen beschäftigen, um zu erkennen, dass serienweise Vergewaltigungen von Kindern (nicht nur durch Beschäftigte der römisch-katholischen Kirche: der Leiter der Odenwaldschule war lutherischer Kirchenfunktionär), deren Vertuschung und die Verweigerung der Wiedergutmachung für die Opfer eine „Werteorientierung“ darstellen, die unserem Grundgesetz diametral entgegenlaufen.

Das von amtskirchlichen Politikern gerne verwendete Wort von der „christlichen Leitkultur“ – gemeint ist die kirchliche Leitkultur – ist für den demokratischen Rechtsstaat längst zu einer Leid-Kultur geworden. Dieses Gerede ist ebenso irreführend wie die längst entlarvte kostspielige „Soziallüge“ von den angeblich sozialen Wohltaten der Kirchenkonzerne. Folgerichtig hat FDP-Generalsekretär Christian Lindner dafür geworben, dass für eine Leitkultur das Grundgesetz selbst als Wertordnung dienen solle. Dies ist eine Forderung, die jeder verfassungstreue Politiker einschränkungslos unterstützen müsste. Demgegenüber ist der Ruf nach einer „christlichen“ Prägung oder nach einer „christlichen“ Leitkultur aus dem Mund von Kirchenpolitikern als schwerwiegende Bedrohung der Verfassung anzusehen. Denn diese meinen mit „christlich“ nicht die Friedenslehre des Jesus von Nazareth, sondern die Kirchenlehre und Tradition der römisch-katholischen Kirche und ihrer lutherischen Abspaltung, die beide eine grausame Blutspur der Intoleranz und Gewalt in der abendländischen Geschichte hinterlassen haben, bis hinein in die Gegenwart mit ihrer beispiellosen Verkommenheit der Schwerverbrechen an wehrlosen Kindern.

 

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