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„Löscht den Geist aus “ -Kirche contra Pfingsten – DER THEOLOGE Nr. 74

DER THEOLOGE
Nr. 74

„Löscht den Geist aus“ – Kirche contra Pfingsten

      

Am 6. bzw. am 7. Juni (Freitag bzw. Samstag) startet im Jahr 2014 das alljährliche Pfingstwochenende. Auf den so genannten Pfingstsamstag folgen Pfingstsonntag, im Jahr 2014 der 8. Juni, und Pfingstmontag, der 9. Juni. Worauf werden diese Feiertage zurück geführt? Die Institutionen Kirche behaupten, das in der Apostelgeschichte der Bibel in Kapitel 2 beschriebene Pfingstgeschehen wäre ihre „Geburtsstunde“. Diese Behauptung ist der Versuch einer Vereinnahmung eines großen Geschehens im Urchristentum, das mit den sich später heraus bildenden Institutionen Kirche jedoch nichts zu tun hat. Doch was ist dann die Bedeutung von Pfingsten? Was ist damals genau passiert? Oder: Was wird dazu überliefert?
 
In der Apostelgeschichte wird das Ereignis, das von manchen Skeptikern angezweifelt wird, mit den Worten eingeleitet: „Als der 50. Tag gekommen war„. Gemeint ist der 50. Tag nach dem jüdischen Pesachfest = Passahfest, an dem das Fest Schawuot, auch „Wochenfest“ genannt, gefeiert wurde. Es gilt als erstes Erntedankfest, weil kurz zuvor im Mittelmeerraum bereits die ersten Früchte geerntet worden sind. Das in der Bibel gebrauchte griechische Wort „Pentekoste“ = „der Fünfzigste“ wird im Deutschen nun mit „Pfingsten“ übersetzt = der „50. Tag“. Und da die Christenheit später das jüdische Pesach- = Passahfest durch ihr Osterfest ersetzte, bedeutet das Wort „Pfingsten“ von der Wortbedeutung her schlicht „50. Tag nach Ostern“.

Die Behauptung, dies sei die Geburtsstunde der Kirche gewesen, zählt dabei zu den großen Irreführungen der Kirchengeschichte. Die Kirche hat in Wirklichkeit immer wieder zunichte gemacht, was zu „Pfingsten“ aufgebrochen war. Denn vergleicht man das, was am „Pfingstfest“ als „Ausgießung des Heiligen Geistes“ beschrieben ist, mit Geschichte und Gegenwart der abendländischen Groß-Institutionen, dann ist kaum ein größerer Gegensatz vorstellbar: Damals das machtvolle Wirken des Gottesgeistes, in den folgenden Jahrhunderten eine erstarrte Priester- und Pfarrerhierarchie, die den Namen Christus für ihre Zwecke missbraucht und den Gottesgeist immer wieder zum Schweigen gebracht hat.
Unzählige Männer und Frauen des freien Geistes, urchristliche Prophetinnen und Propheten oder einfach kritische Zeitgenossen wurden über Hunderte von Jahren in den kirchlichen Folterkellern oder auf Scheiterhaufen gequält und getötet (vgl. hier). Und in unserer Zeit sind es moderne kirchliche Inquisitoren, so genannte „Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte„, die damit beauftragt sind, den „Geist“ dem Kirchen-Dogma zu 100 % unterzuordnen und zu unterwerfen. Führt dieser Vereinnahmungsversuch dabei nicht zum gewünschten Ergebnis, wird das Wirken des Geistes bekämpft wie zu allen Zeiten, nur eben mit den Methoden unserer Zeit.

Die Aufgabe der urchristlichen Propheten sei laut Kirchenlehre angeblich auf die Priester der römisch-katholischen Kirche übergegangen. So heißt es z. B. in der Vatikan-Verlautbarung Kongregation für den Klerus aus dem Jahr 1994:
Es sei angeblich der „Heilige Geist, der dem Priester in der Priesterweihe die prophetische Aufgabe überträgt“. Der Prophet sei also in unserer Zeit der Priester. Damit werden echte Gottespropheten, durch die der lebendige Christus-Gottesgeist wirken und auch sprechen kann, von der Kirche bereits von vorne herein ausgeschaltet und durch kirchliche Priester ersetzt.
In der Bibel der Kirchen steht aber etwas ganz anderes. Dort lehrte Jesus, den echten vom falschen Propheten zu unterscheiden. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ (Matthäus 7, 16), so das Kriterium.
Betrachtet man dazu das Wirken der Priester, denen der Heilige Geist angeblich die prophetische Aufgabe übertragen haben soll, dann ist es nicht schwer, mithilfe dieses Maßstabs von Jesus von Nazareth den falschen Propheten zu entlarven, der seit Jahrhunderten sein Unwesen treibt. Kirchengeschichte kann geradezu verstanden werden als das sich stets wiederholende Bestreben, den Geist Gottes auszulöschen. „Löscht den Geist aus“ kann geradezu als tiefste Triebfeder kirchlichen Handelns verstanden werden, wenn man all das Leid auf sich wirken lässt, das durch priesterliche Intoleranz, Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, angeblich gerechte Kriege, Kindsmisshandlungen, Finanzskandale und seelische Grausamkeiten wie Höllendrohungen für Zweifler in die Welt gekommen ist.

„Löscht den Geist“ aus, das war und ist also immer das kirchliche Losungswort, während man gleichzeitig das Pfingstgeschehen vor nahezu 2000 Jahren vereinnahmt und dort die eigene „Geburt“ hinein konstruieren möchte. In Wirklichkeit ist man nur der Abkömmling derer, die damals vor ca. 2000 Jahren das Treffen der Nachfolger von Jesus in Jerusalem beargwöhnten, die damaligen Priester. *

Der Kampf gegen den Gottesgeist charakterisiert dabei auch die Entstehung der evangelischen Staatskirchen von Anfang an. So setzte der „Reformator“ Martin Luther beispielsweise alles daran, eine durch die Zwickauer Propheten in Deutschland ins Leben gerufene urchristliche Bewegung zu vernichten und die Menschen in ein Staatskirchentum neuer Prägung zu zwängen, in welchem nur die Hierarchien ausgewechselt wurden: statt Papst nun Landesfürst. Und vor allem in der Schweiz wurden durch das Wirken der „Reformatoren“ Huldreich Zwingli und Johannes Calvin Hunderte von aufrechten Urchristen auf das Schrecklichste gefoltert und hingerichtet.

Für einen Einblick in das, was damals vor ca. 2000 Jahren an Pfingsten geschah, hier eine Auswahl einiger Absätze aus mehreren Quellen zum Vergleich: Aus der Bibel (1) und einem apokryphen antiken Evangelium, dem Evangelium Jesu, auch Evangelium der Zwölf, Evangelium der Heiligen Zwölf oder Evangelium des vollkommenen Lebens genannt, das 1902 durch Neuoffenbarung wieder bekannt wurde (2); und im Anschluss daran einige Erklärungen dazu aus dem Werk Das ist Mein Wort – Alpha und Omega. Die Christusoffenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen aus dem Jahr 1989 (3). Es folgen Hinweise zur Deutung des Pfingstfestes durch so genannte „Pfingstkirchen“, die einen Missbrauch anderer Art darstellen (4), sowie eine Entdeckung einer Kulturwissenschaftlerin mit symbolischer Bedeutung (5) – schließlich eine kurze Zusammenfassung der Bedeutung von Pfingsten (6). Am Ende dieser kleinen Studie wird erklärt, wie bereits beim damaligen Wochenfest in Jerusalem die Menschen durch eine Fälschung der Zehn Gebote in die Irre geführt wurden (7) und wie der Gottesgeist durch Petrus eine geistige Kampfansage an die damaligen Religionsführer richtete, die auch im Hinblick auf die heutigen Religionsführer verschiedener Religionen von Bedeutung ist (8).
Wir raten dabei jedem interessierten Leser, beim Lesen vor allem das bekannte Wort aus dem Roman Der kleine Prinz zu berücksichtigen, welches lautet: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“
 

1
Bibel

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: „Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unserer Sprache Gottes große Taten verkünden.“ Alle gerieten außer sich und waren ratlos.
Die einen sagten zueinander: „Was hat das zu bedeuten?“ Andere aber spotteten: „Sie sind vom süßen Wein betrunken.“
Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: „Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! Diese Männer sind nicht betrunken, wie ihr meint; es ist ja erst die dritte Stunde am Morgen; sondern jetzt geschieht, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: ´In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von Meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben …` Mit Gewissheit erkenne also das ganze Haus Israel: Gott hat ihn [Jesus, den Christus] zum Herrn und Messias gemacht, diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt.“ … Mit noch vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie: „Lasst euch retten aus dieser verdorbenen Generation!“
(Apostelgeschichte, Kapitel 2, 1-17.36.40)

2
Das Evangelium Jesu

Da sprach Jesus wieder zu ihnen: „Friede sei mit euch! Gleichwie Mich Mein Vater gesandt hat, so sende Ich euch.“ Und da Er das gesagt hatte, hauchte Er sie an und sprach zu ihnen: „Empfanget den Heiligen Geist; predigt das Evangelium und verkündet allen Völkern die Auferstehung des Sohnes Gottes.“ (Kap. 87, 6)

Nach Seiner Auferstehung zeigte sich Jesus Seinen Jüngern als Lebender und verbrachte mit ihnen neunzig Tage. Er lehrte und sprach über das Reich Gottes und das, was dieses betrifft, und führte alles zu Ende, was Er zu tun hatte. Dann ließ Er die Zwölf mit Maria Magdalena … und Maria, Seiner Mutter und die anderen getreuen Frauen nach Bethanien auf den Ölberg gehen, den Er ihnen genannt hatte. Und Jesus sprach zu ihnen: „… Ich habe euch als das Licht der Welt gesetzt und als eine Stadt, die nicht verborgen sein kann. Doch die Zeit kommt, dass Finsternis die Erde bedecken wird und große Dunkelheit die Völker. Die Feinde der Wahrheit und der Gerechtigkeit werden herrschen in Meinem Namen und eine Herrschaft dieser Welt errichten. Sie werden die Völker unterjochen und den Feind zur Lästerung veranlassen, indem sie Meine Lehre durch die Ansichten der Menschen ersetzen und in Meinem Namen lehren werden, was Ich nicht gelehrt habe, und mit ihren Traditionen verdunkeln, was Ich gelehrt habe … Und nun gehe Ich zu Meinem und eurem Vater, zu Meinem und eurem Gott. Doch ihr, bleibet in Jerusalem und haltet an am Gebet, und nach sieben Tagen werdet ihr Kraft empfangen von oben, und das Versprechen des Heiligen Geistes wird in Erfüllung gehen an euch, und ihr werdet aus Jerusalem hinaus gehen zu allen Stämmen Israels und in die fernsten Teil der Erde.“ (Kapitel 95, 1-3.5)

Und als der siebte Tag gekommen war, waren sie alle einmütig beieinander im selben Hause, und wie sie beteten, da kam ein Ton vom Himmel wie das Brausen eines gewaltigen Windes, und der Raum, in dem sie versammelt waren, wurde erschüttert, und er füllte das ganze Haus. Und es erschienen geteilte Zungen wie feurige Flammen und schwebten über dem Haupt eines jeden. Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geiste, und sie fingen an zu reden mit Zungen, wie der Geist ihnen zu sprechen gab. Da stand Petrus auf und predigte das Gesetz Christi der Menge aus allen Ländern und Sprachen, welche hier zusammen waren. Nach dem Bericht derer, die das gesehen und gehört haben, vernahm jeder Mann das Wort in seiner eigenen Sprache, in der er geboren war … Und die, welche glaubten, gaben all ihren Besitz auf, hatten alles gemeinsam und lebten beisammen am gleichen Orte und erwiesen die Liebe und Güte Gottes ihren Brüdern und Schwestern und allen Geschöpfen. Sie arbeiteten mit ihren Händen zu dem allgemeinen Wohle … Und der Geist Gottes kam über die Apostel und die Propheten unter ihnen, und da sie sich erinnerten, was der Herr sie gelehrt hatte, bekannten und priesen sie Gott alle mit einer Stimme. (Kapitel 96, 8-9.11.16)

3
Das ist Mein Wort

Ich offenbarte den Jüngern das Reich Gottes, das ewige Sein und sprach vom Reich Gottes auf Erden. Ich offenbarte ihnen das Für und Wieder, die Einflüsse und Kämpfe der negativen Kräfte dieser Welt, die andauern werden, bis das Reine, das Gesetz des Lebens, in den Herzen vieler Menschen Zugang findet und von ihnen erfüllt wird. Denn wenn der Mensch rein, edel und gut ist, wird er auf dieser Erde mit Mir, dem Christus, das Reich Gottes errichten. Diese Aufgabe konnte Ich als Jesus von Nazareth nicht erfüllen, weil die Meinen nicht mit Mir waren. Ich gab sie deshalb durch Offenbarung in die Speicherquellen des Alls ein und in die Atmosphärische Chronik. Dort baute sich, unsichtbar für die Menschen, der ganze Erlöserauftrag auf: die Rückführung der Kinder Gottes und das Reich Gottes auf Erden. (S. 1009)

Als nach der besagten Zeit viele im Gebet versammelt waren, vermehrte sich in den Seelen, die sich zu Gott erhoben, die heilige Kraft, der Heilige Geist. Viele glaubten, einen „Ton vom Himmel wie das Brausen eines gewaltigen Windes“ zu vernehmen, der den ganzen Raum, das ganze Haus erfüllte.
Erkennet: Der ewige Geist, der Heilige Geist, hat keinen menschlichen Ton, der an menschliche Ohren dringt. Das Einfließen des Heiligen Geistes in viele gerechte Männer und Frauen bewirkte in ihnen ein Aufbrausen des Blutes, denn das Herz des Erfüllten klopfte laut. Dann vernahmen sie die Stimme der Wahrheit in ihren Herzen – jeder in seiner Muttersprache. In diesem inneren Berührtsein und in der äußeren Ergriffenheit glaubten sie, feurige Zungen zu sehen. Die sie wahrlich sahen, schauten das Einfließen des Heiligen Geistes in ihre Seelen und Herzen. Und die, welche das Wort Gottes durch Menschenmund hörten, empfanden es in ihren Herzen so, als wäre es in ihrer Sprache gesprochen. Doch was sie verstanden, war das, was sie entsprechend der Reife ihres geistigen Bewusstseins verstehen konnten. Weil sie das Wort Gottes durch Menschenmund in ihrem Innersten verstehen konnten, glaubten sie, es wäre ihre Sprache …
Erkennet: Nicht alle, die an diesem besagten Tag versammelt waren, bereuten aufrichtig ihre Sünden, vergaben und baten um Vergebung und sündigten nicht mehr. Viele glaubten nur, es getan zu haben. Sie fielen wieder in ihre alten Sünden zurück und wurden wieder die, die sie vor dem göttlichen Geschehen waren. Keiner von ihnen wurde getauft – jedoch alle vom Geist der Wahrheit gesegnet. (S. 1032-1034)

Nach Meiner Himmelfahrt entwickelten sich im Laufe der Zeit so genannte Amtsvorsteher, die ihre Amtskraft geltend machten, da die vielen Menschen, die zu den Aposteln und Jüngern kamen und die im Laufe der Zeit die Gemeinden bildeten, der Führung bedurften. Einige der Jünger erinnerten sich aus ihrer Jugend an Gebräuche, die in den damaligen religiösen Einrichtungen für gesetzmäßig gehalten wurden, jedoch aus dem Heidentum kamen. Diese heidnischen Aspekte brachten sie im Laufe der Zeit in die entstehenden christlichen Gemeinden. Damit entwickelte sich mehr und mehr ein so genanntes Christentum mit äußeren Ritualen und Zeremonien und einer Hierarchie mit so genannten Amtsträgern, das heißt Hochgestellten und Würdenträgern. Das habe Ich als Jesus von Nazareth und als der Christus Gottes nicht gelehrt … Auch eine so genannte Priesterschar rief Ich nicht ins Leben, sondern eine Schar selbstloser Diener, welche die Diener aller sind. (S. 1030f.)

In der Zeit kurz nach Meiner Auferstehung und Himmelfahrt, auch nach dem Einfließen des Heiligen Geistes, war unter den Aposteln und Jüngern und unter denen, die sich zu ihnen gesellt hatten, eine große Unsicherheit; sie führte zu Unstimmigkeiten. Jede Unstimmigkeit hat ihre Stimmen. Die einen verstanden Meine Lehre und Meine Gleichnisse dem Sinne nach, so, wie sie es entsprechend ihrem geistigen Bewusstsein fassen konnten; die anderen hielten an ihren Vorstellungen fest und glaubten, die Wahrheit müsse so sein, wie sie Meine Lehre und Meine Gleichnisse mit ihrem Verstand erfassten.
Von Meiner Himmelfahrt an blieben dieses Unstimmigkeiten bestehen bis zur Auflösung der ersten Urgemeinden. Daraus gingen dann die Obrigkeiten hervor. Diese entschieden über das, was richtig sein sollte, und machten aus Meiner Lehre – deren Inhalt das Gesetz des Lebens und die Freiheit des Willens ist – eine bindende Glaubenslehre … Dadurch erstarrte das Christentum und wurde eine Institution mit Dogmen, Glaubenssätzen, Kulten, weltlicher Herrschaft, kirchlichen Abgaben und Steuern und vielem mehr. Da sie in ihren Herzen verarmt waren, nahmen sie in ihr konfessionelles Lehrgebäude immer mehr heidnische Kulte auf, um den Menschen dafür äußere Feiern anzubieten, die sie mit viel Zeremoniell ausschmückten, um ihre Gläubigen zu stimulieren. Sie nannten das christliche Feiern, die zur Ehre Gottes sein sollten. In Wirklichkeit waren es – und sind es teilweise heute noch – Fangschlingen, mit denen sie ihre Gläubigen an sich gebunden haben und binden. Die Kirchengesetze, die Dogmen, die Glaubenssätze, die Strukturen und Bräuche wurden für viele zu Gefängnissen, aus denen es schwer ist herauszukommen. Das Gebot der Freiheit beachteten und beachten sie nicht; sie bestimmten und bestimmen zum Beispiel, dass die Menschen als Kinder zuerst getauft werden müssten, bevor sie belehrt werden und die Segnungen der Kirche empfangen. Das Gebot der Freiheit lautet jedoch: Lehret zuerst …  (S. 1040-1041; mehr dazu siehe hier)

Diese Bruderschaft in Meinem Geist, die nach Meiner Himmelfahrt unter jenen entstand, die Mir wahrlich nachfolgten, vollzog sich in allen darauffolgenden Zeitepochen. Immer wieder fanden sich Menschen in Meinem Namen zusammen, um in Mir, und mit Mir in der wahren Bruderschaft zu leben – im Dienste des Gemeinwohls für den Nächsten … Wer in Mir, dem Christus, lebt, der lebt in Frieden mit seinem Nächsten und mit den Naturreichen, mit den Tieren, Pflanzen und Steinen. (S. 1035 f.)

4
Hinweise zum Missbrauch des Pfingstgeschehens durch so genannte Pfingstkirchen

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich – ausgehend von den USA – eine so genannte „Pfingstbewegung“. Seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts sprach man auch von „charismatischer Bewegung“ bzw. von „Charismatikern“. Diese Bewegung verstand sich als Erneuerung der erstarrten Machtkirchen. Es entstanden neben den Großkirchen sehr viele von den Großinstitutionen unabhängige so genannte „Pfingstkirchen“, während manche Vertreter dieser Richtung sich auch bemühten, in den staatskirchenähnlichen Großinstitutionen Fuß zu fassen.
Das Hauptkennzeichen der so genannten „Pfingst“-Bewegung war und ist bis in unserer Zeit das so genannte „Zungenreden„, auch „Glossolalie“ oder „Sprachengebet“ genannt. Dabei handelt es sich um vermeintliche Lobpreisungen Gottes in Fremdsprachen aufgrund entsprechend medialer Durchgaben bestimmter Laute, Worte und Gesänge. Dies soll zur „Erbauung“ der jeweiligen Gemeinde dienen und wird oft von einem anderen Gemeinde-Mitglied „übersetzt“ bzw. „ausgelegt“, der die verwendete Sprache jedoch auch nicht kennt. Weder „Prophet“ noch Ausleger von dessen Worten sind also der verwendeten  Fremdsprache mächtig und wirken folglich als „Medien“. So wird die benützte Sprache meist gar nicht näher identifiziert. Und in vielen Fällen ist es vielleicht auch nur eine spontane „Kunstsprache“ ohne Anbindung an eine der in der Welt sonst bekannten Sprachen.
Das hier geschilderte Phänomen soll nun identisch oder vergleichbar mit dem Pfingstgeschehen in Jerusalem gewesen sein, so wird dort behauptet. In Wirklichkeit geht es jedoch auf heidnische Kulte zurück, von wo aus es vor nahezu 2000 Jahren auch in einige Gemeinden eingedrungen ist, die einst von Paulus gegründet worden waren (vgl. z. B. 1. Korintherbrief 12, 10). Jesus und Seine Jünger praktizierten jedoch solches nicht. Und es hat auch nichts mit dem zu tun, was an Pfingsten in Jerusalem geschehen war.

Was anlässlich des Wochenfestes, dem ersten „Pfingstfest“, in Jerusalem geschah, war ein gegenseitiges inneres Verstehen, obwohl sich die Menschen nicht mit der äußeren Sprache verständigen konnten. Dieses gewaltige Geschehen wurde wirklich durch den „Gottesgeist“ bewirkt, der alle Menschen guten Willens von ihrem Bewusstsein her anhob und stärkte, so dass sie es „in ihren Herzen“ so empfanden „als wäre es in ihrer Sprache gesprochen“ (siehe hier).
In der späteren Überlieferung versuchte der Schreiber der biblischen Apostelgeschichte jedoch, das Ereignis nachträglich mit dem Intellekt äußerlich zu erklären. So erscheint es in der Bibel der Kirche wie ein Zauber, als hätte der Gottesgeist die galiläische Sprache des Petrus quasi äußerlich umgewandelt in die Muttersprache der Hörenden. Als Hintergrund dafür war dem Verfasser der Apostelgeschichte vermutlich das Phänomen des „Redens in Fremdsprachen“ im Trancezustand bekannt, das eben in der antiken „heidnischen“ Umwelt weit verbreitet war.
Parapsychologischen Untersuchungen zufolge handelt es sich dabei um „Einsprachen“ von so genannten „erdgebundenen“ Seelen aus dem Jenseits, die sich der Gehirnzellen von Menschen und auch deren Kraft bedienen können; und zwar dann, wenn diese Menschen sich für die astralen Einsprachen öffnen. Die Erklärung – die hier nur in aller Kürze angesprochen wird – ist für uns überzeugend. Und das liegt nach unserem Verständnis auch bei den heutigen Pfingstkirchen bzw. „Charismatikern“ zugrunde.

Wenn die Gruppierungen nun fälschlicherweise behaupten, bei ihnen ereigne sich eine Art „Aktualisierung“ des einstigen Pfingstgeschehens, dann ist das also unredlich, und dies kann jeder aufrichtige Analytiker und Wahrheitssucher auch selbst nachprüfen und vergleichen:
Denn laut Apostelgeschichte der Bibel hat Petrus in seiner Muttersprache (!) geredet, was den Tatsachen entspricht. Bei den Pfingstkirchen sprechen jedoch Medien in anderen Sprachen. Das ist etwas völlig anderes. Und laut Apostelgeschichte haben die Hörer das Gesagte ebenfalls in ihrer Muttersprache (!) gehört. Bei den Pfingstkirchen passiert solches ebenfalls nicht. Sondern ein weiteres Medium „übersetzt“ das unverständliche Zungenreden bzw. Sprachengebet dann in die Muttersprache der Anwesenden, wobei an dieser Stelle dahin gestellt bleiben kann, ob es wirklich eine „Übersetzung“ ist oder eine neue mediale „Durchgabe“ mit abweichenden Inhalten, was ohnehin niemand „prüfen“ kann.

Wie gesagt: Das hier geschilderte okkulte religiöse Phänomen, das nichts mit Jesus und Seinen Jüngern zu tun hat, war bereits in einige Paulus-Gemeinden eingedrungen. Die Qualität bzw. der Wahrheitsgehalt jener Einsprachen ist dabei völlig ungewiss. So können sich diese Seelen durch ihre Einsprachen wichtig machen, oder sie können den Menschen sogar „foppen“, indem sie sich als „Christus“, als „Maria“ oder als andere bekannte Persönlichkeiten ausgeben. Und da diese Hintermänner (bzw. „Hinterfrauen“) auch von der Energie der Medien und teilweise auch der Zuhörer zehren, kann es bei jenen Menschen deshalb sogar verstärkt zu Depressionen kommen, wenn die „Gabe“ häufig bzw. stetig angewandt wird. Auch dafür gibt es zahlreiche Belege.
Um die Hintergründe der okkulten Praktiken zu durchschauen und den falschen Christus dahinter zu erkennen, hätte es von Anfang an der schrittweisen Läuterung des Einzelnen nach dem Maßstab der Bergpredigt des Jesus von Nazareth bedurft. So wie es Petrus in seiner Ansprache den Menschen auch gelehrt hat, wenn er sagte „Kehrt um!“

Doch schon Paulus und seine Schüler erfreuten sich lieber an den medialen „Erfolgserlebnissen“ anstatt ihren herrschsüchtigen oder hochmütigen Vorstellungen und Gedanken auf den Grund zu kommen und sie abzulegen, was dann auch zum Niedergang der Urgemeinden führte. Dementsprechend war auch das Verhalten von Paulus selbst. Er trat vielfach aufgrund seiner Ego-Anteile mit großem Selbstbewusstsein auf und forderte andere sogar dazu auf, seinem „Beispiel“ zu folgen (z. B. 1. Korintherbrief 11, 1).
Und wer heute diesen Praktiken, die durch Paulus in das Urchristentum eingedrungen sind, folgt, der sollte sich dann folgerichtig auch „paulinisch“ nennen, aber nicht „christlich“. Denn mit Jesus, dem Christus hat die geschilderte Form der Frömmigkeit nichts zu tun, auch wenn dessen Name immer wieder im Mund geführt wird.
 

5
Eine schlimme Entdeckung: Das Symbol für den Heiligen Geist hängt tot im Kirchturm

Die Autorin, Kulturwissenschaftlerin und Juristin Sina Walden (Endzeit für Tiere) machte in München eine Entdeckung mit nachdenkenswerter symbolischer Bedeutung. In ihrem Vortrag Das Tier in Religion, Recht und Ethik (http://www.animal-rights.de/) wies sie auf die Taube hin, die in verschiedenen antiken Weltanschauungen bzw. Religionen als „Verkörperung der Großen Göttin“ galt, bei den Sumerern sogar als „Schöpfungsgöttin“. Dergestalt in der Volksreligion verwurzelt, konnte sie auch vom Kirchenchristentum nicht übergangen werden. So wurde sie neben Gott-Vater und Gott-Sohn zum Symbol des Heiligen Geistes. Doch während das Antlitz der Taube die bestickten Decken des Altars im Kircheninnenraum schmückt, zeigte sich oben auf dem Kirchturm der Heilig-Geist-Kirche in München ein gegensätzliches Bild: „Monatelang tote Tauben, die sich im Netz verfangen hatten und verhungert und verdurstet waren.“

6
Bedeutung von Pfingsten

Zusammenfassend kann man sagen: Was ist also die Bedeutung von Pfingsten? Die Institutionen Kirche vereinnahmen das Pfingstgeschehen vor ca. 2000 Jahren in Jerusalem zu Unrecht als „Geburtsstunde“ ihrer Institution Kirche. Denn die Priesterhierarchie war im Laufe ihrer Geschichte und Entwicklung immer bestrebt, das Wirken des Gottesgeistes auszulöschen und alles ihrem Dogma zu unterwerfen. So könnte man als unterschwelliges kirchliches Motto sogar sagen: „Löscht den Geist aus!“ Darum ging und darum geht es weiter.
Die Erneuerungsbewegung der Pfingstkirchen beruft sich ebenfalls zu Unrecht auf die ursprünglichen Pfingstereignisse, da man antike okkulte Phänomene praktiziert und nachweislich falsch behauptet, solches wäre auch der Hintergrund in Jerusalem vor ca. 2000 Jahren gewesen. Auch hier wird die Bedeutung von Pfingsten verfälscht.

Bezeichnenderweise bemühen sich diese beide religiösen Machtblöcke, der institutionelle und der pfingstkirchliche, auch um „ökumenische“ Verständigung. So gibt es auch eine „charismatische“ Erneuerungsbewegung innerhalb der Amtskirchen, sowohl in der katholischen als auch vor allem in den vielen evangelischen.
Und die Berichte aus den unzähligen von den Großkirchen unabhängigen Pfingstkirchen zeigen zunehmend noch etwas anderes auf: nämlich, wie unterschiedlich und gegensätzlich die jeweils praktizierten Kulte und Phänomene sind – eben so unterschiedlich und chaotisch wie die jenseitige Astralwelt ist, mit der die unterschiedlichen Gruppierungen in Verbindung stehen.

In Wirklichkeit symbolisiert Pfingsten stattdessen den Gottesgeist, den „Heiligen Geist“, der durch diejenigen Menschen wirken kann, die den Willen Gottes tun. Das ist kein magisches Phänomen, sondern geschieht schlicht durch eine Aufarbeitung der eigenen Fehlhaltungen und durch ein Leben nach den Geboten Gottes. Geht jemand konsequent diesen Weg, dann, so ist es auch in den Bibeln der Kirche nachzulesen, folgt eines Tages die Geisttaufe„. Der Gottesgeist kann nun ungebrochen und ungetrübt vom menschlichen Ego durch einen Menschen wirken.

7
Pfingsten war einst auch eine Feier anlässlich der Zehn Gebote. Davon gibt es zwei Fassungen: Welche ist die richtige?

Die Institution Kirche setzt an Pfingsten einen Betrug fort, der bereits das damalige Wochen- und Erntedankfest Schawuot belastete. Das Fest galt den damaligen religiösen Obrigkeiten nämlich auch als Erinnerung „an den Empfang der zweiten Zehn Gebote am Berg Sinai. Die ersten Zehn Gebote hat Mose laut jüdischer und christlicher Überlieferung zerschmettert, weil das jüdische Volk das Goldene Kalb anbetete. Daraufhin ging Mose wieder auf die Spitze des Berges Sinai, um die neuen Zehn Gebote zu erbitten. Dieses Mal mussten die Juden sich die Zehn Gebote verdienen, indem sie die 50 Tage vom Pessachfest bis Schawuot beteten. Beim ersten Mal wurden ihnen die Zehn Gebote geschenkt“ (Wikipedia, Stand: 23.5.2014).
Doch was heißt das? Sind die „neuen Zehn Gebote“ etwa anders als die „ersten Zehn Gebote“? Und warum sollte Gott Seine Gebote ändern?
Tatsächlich gibt es in der kirchlichen Bibel zwei Fassungen der Zehn Gebote. Die erste Fassung enthält die Gebote der Gottes- und Nächstenliebe (Du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht lügen u. a.), wie sie auch im Abendland bekannt sind. Die zweite Fassung übernimmt nur die ersten drei Gebote, die das Gottesverhältnis des Gläubigen betreffen, und sie ersetzt die nachfolgenden Gebote der Nächstenliebe durch sieben neue Gebote mit kultischen Vorschriften. Drei dieser sieben weiteren Gebote betreffen zum Beispiel das priesterlich „korrekte“ Opfern von Tieren, die man vorher umbringt, und eines der weiteren Gebote lautet z. B. nur: „Das Wochenfest sollst du halten.“ Lesen Sie selbst die Gegenüberstellung der beiden Fassungen.

Von Bedeutung in der Religionsgeschichte ist dabei die Behauptung, dass diese neuen Schlacht- und Kultgebote diejenigen sein sollen, die angeblich auch auf den ersten Tafeln gestanden hätten, die Mose zerbrochen hatte. Denn laut 2. Mose 34, 1 spricht Gott angeblich zu Mose: „Hau dir zwei steinerne Tafeln zurecht wie die ersten! Ich werde darauf die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln standen, die du zerschmettert hast“ (Vers 1).
Damit ist der Widerspruch gegeben, denn die ursprünglichen Worte der Zehn Gebote, wie sie in 2. Mose 20 und 5. Mose 5 überliefert sind, sind ganz andere. Sie enthalten keine Kultvorschriften, sondern die Gebote der Nächstenliebe.
Was also nun? Standen nun die Opferkult-Worte der „neuen“ Tafeln auch auf den „alten“, wie es in 2. Mose 34, 1 eindeutig heißt? Oder standen dort ursprünglich die Worte mit den Geboten der Nächstenliebe, wie sie in 2. Mose 20 und 5. Mose 5 nachzulesen sind? Entweder-oder. Beides zusammen geht nicht.
Die damaligen Religionsführer hatten den unleugbaren Widerspruch jedoch nicht aufgelöst, sondern einfach die eine „Tradition“ neben die andere gestellt. Und diese „Fassung 2“ war dann auch eine der Gründe für das „Wochenfest“ Schawuot.
Möchte man den Widerspruch aber nicht einfach so hinnehmen, sondern für sich oder im Dienst der Wahrheitserforschung klären und verstehen, dann ergibt sich: Die spätere Fassung ist eine dreiste Fälschung der Priesterkaste. Und die echten Zehn Gebote werden, wie gesagt, sogar an zwei unterschiedlichen Stellen des Alten Testaments unabhängig voneinander überliefert. Dieser Befund ergibt sich, wenn man sowohl Herz als auch Verstand einsetzt, um zu verstehen, was hier eigentlich passiert ist. Dazu gehören allerdings auch die entsprechenden Hintergrund-Informationen.
Da das „Volk“ im Unterschied zu den Schriftgelehrten nicht oder nur wenig bibelkundig ist, kann es leider leicht von Priestern, Theologen und schriftgelehrten Wortführern geblendet werden, wenn diese ihre Bibel nach ihrem Gutdünken fälschen oder sich deren Inhalte nach ihren Interessen zurecht biegen.
 

8
Das Leben nach den Geboten der Gottes- und Nächstenliebe öffnet dem Heiligen Geist den Weg

So sagte schon Jesus von Nazareth: „Weh euch, ihr Schriftgelehrten, ihr Heuchler!“
Und später nun, 50 Tagen nach dem Passahfest und nach der Kreuzigung von Jesus, trafen sich in Jerusalem Seine Nachfolger, und der Gottesgeist bricht sich erneut mächtig Bahn
. Und dabei erfüllte sich erstmals, was der Gottesprophet Joel bereits vorher gesagt hatte: „So spricht Gott: Ich werde von Meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben …“ (zit. nach Apostelgeschichte 2, 17).
Diese Prophetenworte sind auch eine geistige Kampfansage des Gottesgeistes an die Hierarchie der Priesterkaste mit ihren Ämtern, Titeln und Würden, die sich nach der Hinrichtung von Jesus wieder obenauf wähnte.
Doch der Gottesgeist lässt sich nicht durch religiöse Obrigkeiten verwalten, sondern verschenkt sich allen Menschen guten Willens, die sich der Gottes- und Nächstenliebe öffnen und entsprechende Schritte in ihrem Leben tun. So prophezeite es der Gottesprophet Joel, und Petrus wies darauf hin: „Jetzt geschieht, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist“ (V. 16).
Und Petrus erklärte weiter, dass der ermordete Jesus nicht tot ist. „Diesen Jesus hat Gott auferweckt, dafür sind wir alle Zeugen“ (2, 31).

Auch gegenüber der priesterlichen Verfälschung der Gottesgebote in Tiermord- und Kultgebote wurde dabei wieder die Alternative aufgezeigt: ein Leben im Geist Gottes nach der Goldenen Regel des Jesus von Nazareth, welche besagt: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun, das tut ihr ihnen auch.“
Eine Gemeinschaft in diesem Sinne braucht keine Priester. In der Bibel der Kirchen heißt es dazu: Sie bildeten „eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte“ (2, 44-4). Hinzu kam die Erfüllung weiterer ethischer Gebote. Darum geht es. Nicht darum, dem Esel aus kultischen Gründen das Genick zu brechen („neues“ 4. Gebot) oder das Fleisch des getöteten Tierkindes nicht zusammen mit der Muttermilch zu kochen („neues“ 10. Gebot).

Ein Leben nach den Geboten der Gottes- und Nächstenliebe öffnet auch dem Heiligen Geist den Weg. Und dies geschieht dort, „wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen“, wie es Jesus erklärte. Dort, wo man dann auch tut, was Er lehrte, ist Er „mitten unter Ihnen“, also gegenwärtig. Von Priestern sprach Jesus nicht, nur sinngemäß an anderer Stelle: „Weh euch, Priester und Theologen!“ (Matthäus 23)
Von daher ist es eine Verhöhnung, wenn ausgerechnet die heutigen Priester der Kirche, die Abkömmlinge der damaligen, behaupten, das Pfingstgeschehen sei ihre „Geburtsstunde“. Es ist eine Verspottung des Heiligen Geistes.
Den Jüngern war damals klar, dass sie mit ihrem schlichten und demütigen Leben, erfüllt vom Heiligen Geist, die Religionsführer ihrer Zeit herausgefordert haben. Und das damalige Geschehen entlarvt auch die heutigen Religionsführer der Machtkirchen, weswegen diese ebenfalls eine Vereinnahmung von Pfingsten versuchen; so wie sie Jesus, den Christus, für ihr Dogmen- und Kultgebäude zu vereinnahmen versuchen, obwohl Er ganz anders lehrte und lebte (vgl. dazu den Buchhinweis unten).
Petrus zitierte in seiner Rede vor den Bewohnern Jerusalems auch einen Psalm: „Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und Seinen Gesalbten“ (zit. nach Apostelgeschichte 4, 36). Dieser geistige Kampf dauert bis in unsere Zeit an, doch, und auch davon sprach bereits Petrus: Christus ist der Sieger.

Der Text kann wie folgt zitiert werden:
„Der Theologe“, Herausgeber Dieter Potzel, Ausgabe Nr. 74: „Löscht den Geist aus! Kirche contra Pfingsten“, Wertheim 2014, zit. nach http://www.theologe.de/pfingsten.htm, Fassung vom 30.5.2014, Copyright © und Impressum siehe hier.

 

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Das Knäblein in der Krippe und der tote Mann am Kreuz – was haben die beiden gemeinsam? Sie können nicht reden! Ein Zufall? Sicher nicht! Stumm soll Er sein, zum Schweigen soll Er gebracht werden, damit niemand erfährt, dass Er in Wirklichkeit der geistige Revolutionär war, der den Priestermännern bereits vor 2000 Jahren die Stirn bot. Er besaß den unglaublichen Mut, ihnen vor dem Volk das Recht abzusprechen, sich als „Mittler“ zwischen Gott und die Menschen zu stellen. Der Mensch braucht keine Mittler, wenn er Gott näherkommen will, denn Gott, der Allgeist, ist in jedem Menschen selbst gegenwärtig. Das war und ist die Lehre des Nazareners. Er hat weder Priester eingesetzt noch eine Kirche gegründet. Doch Sein Name wird von den heutigen Theologen und Priestern missbraucht, die sich zu Unrecht auf Ihn berufen, in Wirklichkeit aber Traditionen und Kulte aus antiken Götzenkulten übernommen haben.

 

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Verfasst von - 10. August 2009 in Uncategorized

 

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